Abseits vom Massentourismus die Nachhaltigkeit

Unter dem Stichwort Nachhaltiger Tourismus versteht man eine Form des Reisens, die darauf ausgerichtet ist, so wenig wie möglich auf die natürliche Umgebung einzuwirken und sich der Kultur des bereisten Landes anzupassen. Dies bedeutet in erster Linie, dass schädliche Umwelteinwirkungen, wie Verschmutzung durch Verkehr und Müll so gering wie möglich gehalten werden sollen. Außerdem sind im Rahmen des Nachhaltigen Tourismus auch die lokalen Eigenarten, sowohl natürlichen als auch kulturellen Ursprungs zu schützen. Im Urlaubsgebiet reduziert man daher die verkehrsmäßige Erschließung auf ein Minimum und versucht sich auf ursprüngliche Weise, also zu Fuß, auf Reittieren oder auf Booten fortzubewegen. Touristische Einrichtungen sind im jeweiligen Stil des Landes zu errichten, so dass sie sich in die gewachsene Umgebung und einheimische Kultur perfekt einfügen. Die ansässige Bevölkerung soll dabei so wenig wie möglich bei der Auslebung ihrer kulturellen Identität und der Erfüllung ihrer Bedürfnisse beeinträchtig werden.
Nachhaltiger Tourismus hat viele Bezeichnungen, so stehen auch die Begriffe “verträglich”, “fair”, “sanft”, “integrativ” oder “zukunftsfähig” im Tourismusbereich für eine Art des Unterwegs-Seins, die fair gegenüber Natur und Gastgebern bleibt. Der lokalen Bevölkerung sollen dabei wirtschaftliche Chancen eröffnet und kulturelle Identitäten berücksichtig werden.

Das Deutsche Forum “Umwelt & Entwicklung” definiert nachhaltigen Tourismus folgend:
“Nachhaltiger Tourismus muss soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllen. Nachhaltiger Tourismus ist langfristig, in Bezug auf heutige wie zukünftige Generationen, ethisch und sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch tragfähig sowie wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig.”
Es kann hier kritisch angemerkt werden, dass ein tatsächlich “nachhaltiger Tourismus” kaum möglich ist, da Nachhaltigkeit eher als ein zukunftsweisender Anspruch als ein fester Plan verstanden werden kann. Vielmehr ist ein “nachhaltigerer Tourismus” respektive eine “nachhaltige Tourismusentwicklung” möglich und wünschenswert.

Nachhaltiger Tourismus betrifft alle gesellschaftlichen Dimensionen

Bezogen auf die ökologische Dimension sind intakte Natur- und Lebensräume sowie Umweltmanagementsysteme die Voraussetzung für den Tourismus der Zukunft sowohl in ländlich-peripheren Räumen wie in intensiv genutzten touristischen Zielgebieten. Eine Tourismuspolitik der Zukunft muss sich ökologischen und sozialen Problemen des Massentourismus mit Maßnahmen des Gesetzgebers sowie mit freiwilligen Steuerungs- und Ordnungsinstrumenten stellen.

In der ökonomischen Dimension stellt Tourismus einen integrierten Teil einer nachhaltigen, regionsspezifisch vernetzten Wirtschaft dar. Dabei sollen Regionalskreisläufe in Gang gesetzt werden und touristische Monokulturen vermieden beziehungsweise abgebaut werden. Besonders in Entwicklungsländern ist die Bedeutung des Tourismus nach wie vor stark im steigen. Diese benötigen einen Wertschöpfungsmix, um einseitige Abhängigkeiten vom Tourismus zu vermeiden. Bezüglich der kulturellen Dimension wird das Image von Urlaubsregionen von selbstbestimmter kultureller Dynamik bestimmt. Für die Vermittlung von Kultur und die Selbstbestimmung der kulutrellen Entwicklung ist das richtige Maß an Tourismus eine wichtige Voraussetzung. Für die soziale Dimension schaffen gute Arbeitsbedingungen und soziale Zufriedenheit der Bevölkerung die Qualität im Tourismus. Außerdem beachten Mitdenkende Tourismusregionen verstärkt die Bedürfnisse spezieller Gästegruppen, wie z.B. von Senioren, Familien, Alleinreisenden etc., die besondere Ansprüche an ihre Urlaubsregionen stellen. Es gibt weiterhin eine integrative Dimension, bei der der Mensch als Gestalter der Tourismuspolitik im Mittelpunkt steht und die gesamte Bevölkerung Zugang zu allen Informationen hat und in alle Entscheidungsprozesse gleichberechtigt miteingebenden ist.

Es gibt zwar kein übergeordnetes, global anwendbares Konzept für nachhaltigen Tourismus, wohl aber einen Konsens darüber, dass das Durchbrechen der Wachstumsspirale eine Notwendigkeit darstellt, da der Tourismus sich sonst seine eigene Basis, den Naturraum, zerstört. Lösungen auf dem Weg einer nachhaltigeren Tourismusentwicklung werden daher unterschiedlich sein und davon abhängen, welche Voraussetzungen, Strukturen und Probleme in einer Region vorherrschen.
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